Eine Uraufführung & einige Kunstlieder

„Licht, Lied, Ludwigskirche“, unsere Konzerte waren ein Fest für die Sinne. 14 Student*innen der Hochschule Rosenheim zauberten mit Licht, Elisabeth Seitenberger zauberte mit der Klarinette, ich durfte Lieder singen von Strauss, Reger, Wagner, Alma & Gustav Mahler.
Und: Es gab eine Uraufführung!
„La noche serena“, komponiert von Stephan Heuberger, der auch der Zauberer an der Orgel war.

Der Text des Stücks stammt von Juan de la Cruz, einem spanischen Mystiker, der im 16. Jahrhundert lebte. Im Gefängnis schrieb er seinen „Cantico Espiritual“, davon ist „La noche serena“ ein Ausschnitt. Wir haben uns gar nicht leicht getan, für den Titel eine passende deutsche Übersetzung zu finden. Das Wörterbuch (https://tinyurl.com/qmxv69o) bietet für „serena“ mehrere Bedeutungen an, von „heiter“, über „seelenruhig“ bis „unbeirrbar“.
Was meint ihr, passt am besten zu unserer Musik?
Die Fotos stammen übrigens von Maik Kern, Stefan Loeber, Isabell Lieb (Lichtwoche München) & von „unseren“ Studentinnen.

Kurzkritik Süddeutsche Zeitung:
Das Ende der Nacht

Gelungener Auftakt der Lichtwoche in Sankt Ludwig
von Klaus Kalchschmid

„Ein musikalisch-literarischer Abend, der sich als Auftakt zur 5. Lichtwoche München launig stabreimend „Licht, Lied, Ludwigskirche“ nennt, muss in der überfüllten Universitätskirche mit Wagner beginnen.
Schön, dass zur Eröffnung das erste seiner Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck („Der Engel“) mal nicht von einer Frau, sondern vom profunden Bassbariton Martin Busen gesungen wird. Und auch die Fassung der Klavierbegleitung für Orgel und Klarinette von und mit Stephan Heuberger überzeugt nicht nur klanglich.
Fast hätte man sich die vier Richard-Strauss-Lieder des Abends (darunter „Ruhe meine Seele“, „Heimliche Aufforderung“ und „Morgen“; letzteres auch in Max Reger-Vertonung) ebenso in einer solchen Bearbeitung durch Stephan Heuberger, den Organisten von St. Ludwig, gewünscht. Denn ein Flügel klingt in halliger Kirchenakustik doch ein wenig schwammig und verliert seine klangliche Kontur. Umso schöner kann die einsame Klarinette von Elisabeth Seitenberger mit Olivier Messiaens „Abîme des oiseaux“ durch den Raum wandern.
Auch mischen sich dort wunderbar Bassbariton und Orgel in Heubergers raffinierter Vertonung eines Textes von Juan de la Cruz unter dem Titel „La noche serena“.
Alma Mahlers „Die stille Stadt“ und „Um Mitternacht“ ihres Mannes fluten geradezu das Kirchenschiff. Bei der Lesung von Platons berühmtem Höhlengleichnis wähnt man sich beinah am Originalschauplatz. Denn dank einer Installation von Studierenden der TH Rosenheim gibt es in der dunklen Kirche ausnahmslos diffuses Licht. Gazebahnen und silberne Luftballons sind dazu verschiedenfarbig beleuchtet.
Und am Ende des Abends verbreitet ein Meer aus Kerzen vor-adventliche Stimmung.“

Es freut mich sehr, dass Stephan Heubergers Bearbeitungen von Wagners Wesendonck-Lied „Der Engel“ und Alma Mahlers „Die stille Stadt“ für Gesang, Klarinette und Orgel gut bei Kritik und Publikum ankamen.

Audio: Richard Wagner, „Der Engel“
Audio: Alma Mahler, „Die stille Stadt“

„…ein Lobgesang, aus Kindermund!“

So endet Alma Mahlers Lied „Die stille Stadt“. A propos Kindermund, für alle, die bis hierhin gelesen haben, gibt’s jetzt noch ein Bonbon.
1982 sang ich im Sopran des Tölzer Knabenchors beim „Weihnachtsoratorium“ (J.S. Bach), unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (Orchester: Concentus Musicus Wien; Ort: Stiftskirche Waldhausen in Oberösterreich). Wer entdeckt den „kleinen Martin“? Kleiner Tipp: Besonders am Anfang aufmerksam sein!
Der Choral heisst übrigens „Brich an du schönes Morgenlicht“, das Stück passt also ganz und gar zu unserem Programm von „Licht, Lied, Ludwigskirche“.

Fröhliche Weihnachten!

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